LIPODEMIE UND LYMPHÖDEM – Unterschiede

Lipödeme werden sehr selten diagnostiziert, da sie oft mit Lymphödemen oder einfach nur Übergewicht verwechselt werden. In diesem Artikel haben wir Methoden vorgestellt, die eine korrekte Diagnose ermöglichen.

Wie unterscheidet man Lipödem von Lymphödem?

Normalerweise sind die Unterschiede zwischen Lipödem und Lymphödem auf den ersten Blick erkennbar. Es ist jedoch zu beachten, dass es in fortgeschrittenen Stadien des Lipödems zu einem sekundären Lymphödem kommen kann, was die Unterscheidung erheblich erschwert. In diesem Fall spricht man von einem Fett-Lymphödem oder Lipolymphödem.

Unterschiede zwischen Lymphödem und Lipödem.

Offensichtliche Unterschiede, die auf den ersten Blick erkennbar sind

Dies sind Unterschiede zwischen Lymphödem und Lipödem, die anhand des Aussehens des Patienten festgestellt werden können.

  • Vor allem kann ein Lipödem nur bei Frauen auftreten. Daher werden Männer nicht auf dieses Symptom untersucht, und wenn sie unter geschwollenen Beinen leiden, wird automatisch ein Lymphödem und kein Lipödem vermutet.
  • Lipödeme betreffen in der Regel die Beine, seltener die Arme. Lymphödeme können hingegen auch an den Armen auftreten, z. B. bei Frauen nach einer Mastektomie.
  • In der Regel ist ein Lipödem symmetrisch, d. h. es betrifft beide Beine gleichermaßen. Wenn nur ein Bein geschwollen ist, handelt es sich wahrscheinlich um ein Lipödem.
  • Lipödeme betreffen nicht die Füße. Sie konzentrieren sich eher auf den Bereich der Hüften und Oberschenkel, manchmal auch auf die Waden. Es gibt keine Schwellungen um die Knöchel und an den Füßen. Lymphödeme hingegen betreffen meist gerade die unteren Teile der Beine, da sich die Lymphe unter dem Einfluss der Schwerkraft in den Füßen und um die Knöchel ansammelt.
  • Auch das Aussehen der Haut unterscheidet sich. Bei einem Lymphödem kommt es zu einer Verdickung und Verhärtung der Haut. Bei einem Lipödem hingegen bleibt die Haut unverändert und kann sogar etwas dünner werden. Dafür verdickt sich das subkutane Fettgewebe, verhärtet sich und es können sich Knötchen bilden.
  • Für Lipödeme ist die leichte Bildung von Blutergüssen charakteristisch. Lymphödeme zeigen dieses Symptom nicht. Wenn die Gliedmaßen daher mit vielen Blutergüssen übersät sind, kann dies auf ein Lipödem hindeuten.
  • Bei einem Lymphödem ist die Abwehrkraft des Körpers geschwächt, sodass es häufig zu Infektionen kommt. Das Vorliegen bakterieller, viraler oder pilzlicher Infektionen im Bereich der Gliedmaßen kann auf ein Lipödem hindeuten.

Unterschiede aufgrund der Anamnese

Dies sind Unterschiede zwischen Lymphödemen und Fettödemen, die sich aus der vom Arzt erhobenen Anamnese ergeben. Jeder Arzt muss zur Feststellung der Diagnose die notwendigen Informationen vom Patienten einholen. Nachstehend sind die wichtigsten Fragen aufgeführt, die ein Arzt stellen sollte, um zwischen Lymphödemen und Lipödemen zu unterscheiden.

Gab es in der Familie der Patientin Fälle von Lipödem oder eine Neigung zu Fettleibigkeit im Bereich der Hüften und Beine?

Wenn die Antwort auf diese Frage „JA” lautet, kann dies bedeuten, dass die Patientin an einer Lipödeme leidet. Eine der möglichen Ursachen für eine Fettödeme ist die Vererbung dieser Krankheit.

Hat die Patientin eine Operation oder eine Verletzung im Bereich der Beine oder der Fortpflanzungsorgane hinter sich?

Eine bejahende Antwort auf diese Frage könnte auf eine Lymphödemerkrankung hindeuten, da diese häufig als Folge einer Schädigung der Lymphgefäße auftritt, z. B. nach Verletzungen oder Operationen.

Ist die Schwellung schmerzhaft?

Lymphödemen verursachen selten Schmerzen. Lipödemen hingegen sind fast immer mit starken Schmerzen verbunden, die insbesondere beim Berühren auftreten.

Unterschiede aufgrund der Palpation (Tastuntersuchung)

Es gibt verschiedene Arten von Untersuchungen, die nur eine Berührung erfordern. Nachstehend sind Palpationsuntersuchungen aufgeführt, die die Unterscheidung zwischen Lipid- und Lymphödem erleichtern.

Eindellung durch Fingerdruck

Vertiefung, die durch Druck mit dem Finger im Gewebe entsteht.
Um festzustellen, ob es sich um eine lymphatische Schwellung oder eine Lipidschwellung handelt, kann ein einfacher Test durchgeführt werden.

Etwa eine halbe Minute lang wird mit dem Finger auf eine beliebige Stelle der geschwollenen Extremität gedrückt. Bei einer lymphatischen Schwellung entsteht eine deutliche Vertiefung.

Dies ist das Ergebnis einer Ansammlung von Flüssigkeit, d. h. Lymphe, in der Extremität, die unter dem Druck auf einen bestimmten Punkt für eine gewisse Zeit aus dieser Stelle abfließt und dann allmählich wieder zurückfließt.

Bei einer Lipidödem-Schwellung tritt dieses Symptom nicht auf.

Stemmer-Zeichen

Bei einem Lymphödem tritt das sogenannte Stemmer-Zeichen auf. Um dies zu überprüfen, sollte man versuchen, eine Hautfalte auf dem Rücken des zweiten Zehs zu greifen. Ist dies nicht möglich, liegt ein Lymphödem vor. Ein Lipödem verursacht kein solches Symptom.

Unterschiede aufgrund klinischer Untersuchungen

Imfoszintigraphie

Bei dieser Untersuchung wird ein radioaktiver Kontraststoff in den Fuß injiziert und seine Verteilung mit einer Gammakamera bildlich dargestellt. Bei einer Fettödem wird das Ergebnis normal sein, d. h. der Kontraststoff gelangt in die Lymphknoten. Bei einem Lymphödem, das den normalen Lymphfluss verhindert, wird der Kontraststoff hingegen nicht in den Lymphknoten vorhanden sein.

Lymphödem – Behandlung

Lipödem – Behandlung

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