Wie wählt man ein Gerät für die Pressotherapie zu Hause aus?

Auf dem Markt gibt es viele verschiedene Geräte für die Pressotherapie, und die Preisspanne ist sehr groß. Wer ein für sich geeignetes Gerät sucht, steht vor einer nicht unerheblichen Herausforderung. Natürlich möchte jeder das bestmögliche Gerät haben, aber auch der Preis spielt eine wichtige Rolle. Wir geben Ihnen Tipps, worauf Sie bei der Auswahl eines Geräts für die kompressive Lymphmassage achten sollten.

Anzahl der Kammern in den Manschetten

Dies ist wahrscheinlich der erste Unterschied, der beim Vergleich verschiedener Modelle ins Auge fällt. Im Angebot der Hersteller von Pressotherapiegeräten finden Sie Geräte, die meist 4-Kammer-, 6-Kammer- oder 8-Kammer-Manschetten unterstützen. Beachten Sie, dass es nicht nur um die Manschette geht, sondern um das gesamte System, d. h. ein Gerät für 4-Kammer-Manschetten kann keine 6-Kammer-Manschetten bedienen.

Die Regel ist einfach: Je mehr Kammern, desto besser. Die Anzahl der Kammern in der Manschette bestimmt, wie schnell und effizient die Lymphe aus den geschwollenen Stellen abgeleitet werden kann. Leider steigt mit der zunehmenden Anzahl von Kammern in den Manschetten auch der Kaufpreis des Sets erheblich. Aus diesem Grund sollten Sie sich zwei Fragen stellen: Wie viele Kammern brauche ich und wie viel kann ich ausgeben?

Für den Heimgebrauch werden in der Regel Pressotherapiegeräte mit 4 Kammern oder Pressotherapiegeräte mit 6 Kammern empfohlen. Heimnutzer, die einen hohen Massagekomfort und sehr schnelle Ergebnisse erwarten, entscheiden sich in der Regel für Pressotherapiegeräte mit 8 Kammern.

Geräte mit 12 und mehr Kammern werden hingegen eher in Praxen eingesetzt, wo die für den Patienten zur Verfügung stehende Zeit eine sehr große Rolle spielt. In spezialisierten Einrichtungen müssen so viele Patienten wie möglich in möglichst kurzer Zeit behandelt werden, und eine große Anzahl von Kammern in den Manschetten ermöglicht eine erhebliche Verkürzung der Behandlungszeit. Wenn Sie also schon einmal Behandlungen in einer Praxis in Anspruch genommen haben, in der es beispielsweise 12 Kammern in der Manschette gab, bedeutet das nicht, dass Ihnen 4 Kammern für den Heimgebrauch nicht ausreichen. Wenn Sie jedoch unter sehr starkem Lymphödem leiden, kann es sein, dass eine geringe Anzahl von Kammern in den Manschetten keinen ausreichenden Lymphabfluss ermöglicht. In diesem Fall sollten Sie Geräte mit weniger als 6 Kammern in der Manschette eher nicht in Betracht ziehen.

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Maximaler Druck

Für die Pressotherapie wird kein sehr hoher Druck verwendet. In der Regel etwa 100-150 mmHg. Die Lymphdrainage muss recht sanft und oberflächlich sein. Achten Sie jedoch bei der Auswahl des Geräts darauf, dass sein maximaler Druck nicht unter 200 mmHg liegt. Dadurch muss die Pumpe des Geräts nicht mit 100 % ihrer Leistung arbeiten, was sich negativ auf ihre Lebensdauer auswirken könnte.

Steuerung

Geräte zur Lymphdrainage unterscheiden sich in ihrem Steuersystem. Wir unterscheiden zwischen analogen und digitalen Steuersystemen.

Analoge Geräte sind am günstigsten und am wenigsten fortgeschritten. Sie verfügen in der Regel über kein Display und keine Auswahlprogramme, sondern nur über Drehknöpfe zur Einstellung von Zeit und Druck. Dies ist eine sehr gute Lösung für Personen, die über ein geringes Budget verfügen und dringend ein Gerät zur Lymphdrainage benötigen. In einigen Fällen kann sich ein analoges Modell jedoch als ungeeignet erweisen. In der Regel ist in analogen Geräten nur ein Programm gespeichert, d. h. eine Sequenz zum Befüllen der Kammern.

Patienten haben jedoch unterschiedliche Bedürfnisse, weshalb es gut ist, mindestens drei verschiedene Sequenzen zur Auswahl zu haben, um die für sich am besten geeignete zu finden. Eine größere Anzahl von Programmen bieten digitale Geräte. Darüber hinaus sind sie mit einem Display ausgestattet, das alle ausgewählten Behandlungsparameter wie Zeit, Druck und Programm anzeigt. Oft verfügen sie auch über eine Fernbedienung. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass digital gesteuerte Geräte wesentlich mehr Möglichkeiten bieten und somit den Bedienkomfort erhöhen.

Überspringen/Skip-Funktion

Die Funktion zum Überspringen des Pumpvorgangs einer beliebigen Kammer kann verschiedene Bezeichnungen haben, z. B. „Überspringen” oder „Skip”. Sie ermöglicht es, eine oder mehrere Kammern zu trennen, wenn z. B. die Massage eines bestimmten Bereichs nicht ratsam ist oder Schmerzen verursacht.

Art der Manschette

Das Wichtigste bei der Auswahl einer Manschette ist, dass sie mindestens ¾ der gesamten Länge der Extremität abdeckt. Selbst wenn Sie nur an einer Schwellung leiden, die z. B. auf den Knöchel oder die Wade beschränkt ist, wird die Verwendung einer Manschette nur für diesen Bereich keine Wirkung zeigen. Ödeme in den unteren Teilen der Extremitäten sind in der Regel darauf zurückzuführen, dass die Lymphknoten in diesem Bereich nicht richtig funktionieren. Daher ist es wichtig, die Lymphe zu anderen Lymphknoten zu transportieren, die sich z. B. in der Leistengegend oder in den Achselhöhlen befinden. In diesem Fall reicht eine Manschette aus, die mindestens bis zur Mitte des Oberschenkels/Oberarms reicht. Personen, die unter Schwellungen oberhalb des Ellenbogens oder Knies leiden, benötigen hingegen eine Manschette, die das gesamte Bein umschließt, und manchmal müssen sie zusätzlich eine Manschette für den Oberkörper verwenden.

Einige Manschetten, insbesondere in größeren Größen, verfügen über ein „Overlapping”-System, bei dem sich die Kammern wie Dachziegel überlappen. Durch diese Anordnung der Kammern wird die Lymphe flüssiger transportiert und es kommt nicht zu Stauungen an den Kontaktstellen der Kammern (ein solches Phänomen tritt zwar sehr selten auf, jedoch meist bei fortgeschrittenen Ödemen).

Größe der Manschette

Auf der Website sind die Umfänge und Längen der einzelnen Manschetten angegeben. Um die richtige Manschette auszuwählen, sollten Sie den Umfang Ihrer Gliedmaßen an den angegebenen Stellen messen. Beachten Sie, dass die angegebenen Maße für die Manschette vor dem Aufpumpen gelten und dass die aufgepumpte Manschette etwas schmaler und kürzer ist. Daher ist es wichtig, eine Manschette zu kaufen, die einige Zentimeter größer ist als die Maße der Extremität. Für einige Manschetten sind auch Verbreiterungsgurte erhältlich, mit denen der Umfang der Manschette um einige Zentimeter vergrößert werden kann.

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